Wenn wir Geschichte schreiben, dann schreiben wir sie ehrlich. Der Zweck der Geschichte ist nicht eine Vision oder ein Wunsch, sondern der Zweck der Geschichte ist die Wahrheit, die sich ereignet hat. Jedes Buch, wie auch jede Fotografie, geht auf ihre Art in die Geschichte ein. Aber nicht jede ist wahr. Diese hier ist aber wahr. Diese hat sich ereignet.
Ich habe alles, was zum Zweck der Vollkommenheit verschönert wurde als Mangel weggelassen und es im Interesse der Ehrlichkeit des Motivs gezeigt. Mit dieser Überlegung entwickelte sich der Gedanke der Veröffentlichung dieses Buches. Das Motiv ehrlich zu zeigen. Ohne digitale Montage. Ohne digitale Kunst. Sondern nur mit Fotografie. Mit der wahren. Dem Augenblick, der sich ereignet hat.
Da es nicht möglich ist auf das Papier das zu bringen, was das Auge gesehen hat, wird in die fotografische Kunst der Kompromiss der Übertragung auf die Medien zwischen der Realität, der Möglichkeit und dem „was dem Auge gefällt“ hinzugefügt. Der Künstler hat die Wahl sich diesem Beruf anzupassen. Zum Ziel der Anpassung an den Beruf benutzte ich folgende Werkzeuge: Verbesserung der Perspektive, Scharfstellung, Ausschluss der zusätzlichen Farbvariationen und des Lichts, die durch die große Sensibilität des Kamerasensors verursacht sind, Hinzufügung der „weißen Farbe“ nach persönlicher Auswahl, Verbesserung der Darstellung der Schatten und der hellen Töne, wie auch Wechsel des Spektrums der Darstellung der Farben.
Schirokko, regnerisch und feucht. Wenig verheißungsvoll und fast verloren.
Die moderne Fotokunst verzerrt den aufgenommenen Augenblick meist durch digitale Manipulation. So ist es üblich, die Fotografie eines Augenblicks zu sehen, der sich nie ereignet hat.
Fotografien des Sonnenuntergangs über Rovinj sind sehr gewöhnlich. Doch eine Serie von Fotografien eines Sonnenuntergangs, aus der Luft aufgenommen und unmanipuliert, ist alles andere als gewöhnlich.
Ja, es war ein Tag, der nicht viel versprach. Und am Ende gab er mir - alles.
Die ewige Inspiration durch die Rovinjer Landschaft führte zur Idee der Wertschätzung der Inselwelt, die bis heute nicht die Bedeutung bekommen hat, die ihr zusteht. Die Fotomonografie „Der Blick von den Wolken“ ist das Ergebnis langjähriger Arbeit, sie spiegelt die Geduld, die Beharrlichkeit, das Bemühen und den außergewöhnlichen Fleiß des Künstlers wider. Doch vor allem vermittelt sie Gefühl und Liebe in den Fotografien, die zum ersten Mal in der Geschichte aufgenommen wurden.
Als Ehefrau, Mitarbeiterin und Weggefährtin auf dem langen Weg des Schaffens bin ich Zeugin einer selten gesehenen Liebe zu einer Stadt: einer Stadt, in der der Künstler nicht geboren wurde, in der er nicht dauerhaft lebt und in der er keine Familie gegründet hat. Dennoch ist er ein Künstler, der mit Rovinj wächst, sich entwickelt, bildet, mahnt, hinterfragt, sensibilisiert, ermutigt und bestärkt, vor allem aber diese Stadt liebt.
Viele Jahre lang war ich Zeugin harter Arbeit, Beharrlichkeit und Hingabe, wie ich sie trotz aller Widrigkeiten nie zuvor gekannt hatte. Widrigkeiten der Zeit, der Verwaltung, der Finanzen und des Menschlichen. Doch jedes Mal traf ich auf denselben Menschen: einen Künstler mit nur einer Richtung. Rovinj und eine gegenseitige Liebe, die von Tag zu Tag wächst. Rovinj hat mit all seiner Schönheit Filip als Künstler und Schöpfer bestätigt. Gemeinsam erzählen sie uns auf ihrem Weg eine Geschichte von ewiger Liebe, von Fantasie und Inspiration. Eine Inspiration, die nicht vergeht, sondern von Tag zu Tag wächst.
Filips Inspiration für Rovinj übersteigt unser Verständnis, sie erleuchtet uns und schenkt uns Hoffnung für unser eigenes Schaffen. Ich hielt inne und habe all diese Jahre aus der Ferne zugesehen. Heute bin ich glücklich und stolz, Zeugin dieser großen Liebesgeschichte gewesen zu sein.
Von den Anfängen der fotografischen Künste bis heute stand Rovinj immer im Mittelpunkt der Meister dieses Handwerks. Die zweifellose Schönheit dieser Stadt war für viele die Quelle der unendlichen Inspiration.
Heute, dank der ersten Fotomonografie, die Rovinj ausschließlich aus der Luft zeigt und dank ihrem Künstler Filip Peternel, können wir diese Schönheit auch aus einer anderen, nicht alltäglichen Perspektive, bewundern. Von den engen Gassen des Altstadtkerns und den kulturhistorischen Denkmälern bis zur unberührten Natur der wunderschönen Inselwelt von Rovinj, entdeckt jedes einzelne Foto unendliche Details, die bei den Betrachtern immer neue Bewunderung hervorrufen.
In Ganzheit präsentieren die ausgewählten Fotografien das einzigartige Portrait dieser adriatischen Perle durch eine ganze Palette an Lichteffekten und Stimmungen. Das Hauptmotiv ist gerade die Darstellung der Verschiedenartigkeit, die Rovinj vom natürlichen, kulturellen und historischen Aspekt seines einzigartigen Erbes versteckt. Die Dächer der eng beieinander stehenden hohen Häuser am Fuße der Kirche der Hl. Euphemia, getrennt durch die engen Gassen, die bis zur barocken Kirche auf den Gipfel des Hügels führen, mit dem beeindruckenden Glockenturm, an dessen Spitze die kupferne Statue der Heiligen Euphemia steht, schaffen wunderschöne Blicke im Farb- und Schattenspiel, während sich der Himmel und das Meer vollkommen im Hintergrund der malerischen Halbinsel vereinigen.
Ich glaube, dass diese Fotomonografie vielen eine Gelegenheit bieten wird, Rovinj aus einem ganz anderen Blick kennen zu lernen, wie auch zur Verbreitung seiner Schönheiten beitragen wird. Deswegen danke und gratuliere ich dem Künstler.
Filip Peternel wurde in Sisak am 03.07.1975 geboren, wo seine Familie vorläufig hinzog. Kurz danach kehrt die Familie nach Slavonski Brod (1977) zurück, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Sein Wunsch, der private und berufliche Weg, führte ihn 2003 nach Istrien. Bald beginnt er eine selbständige Zusammenarbeit mit Rovinj, dem er 17 Jahre seines professionellen Schaffens widmete. In Rovinj verliebt, wertete er künstlerisch seine kulturellen und natürlichen Sehenswürdigkeiten durch eine Serie von Projekten auf. Er ist verheiratet (Ehefrau Ivona) und Vater zweier Kinder (Lucia und Tomas).
Der Wert dieses Projektes wird durch die gegenseitige Unterstützung der Professionalität, dem Verständnis der Entwicklung, im starken Wunsch und seiner Hingabe gemessen. Das Projekt ist umso größer je kleiner das Team. Somit ist auch mein Stolz für das Geschaffene umso größer.
Ich war allein. Zu lang. Es brauchte lange bis wir uns trafen. Zu lange. Es brauchte nur kurze Zeit um dich zu lieben. Für immer.
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